Psychoanalytische Verfahren

Ich hole jeden Menschen da ab, wo er sich befindet. Es wird individuell geprüft, für wen welches Verfahren am geeignetsten ist und welches Setting (Sitzen oder Liegen, welche wöchentliche Frequenz, Dauer...) Die folgenden Unterteilungen dienen als Orientierung und Anhaltspunkt, da oft Mischformen bestehen und eine strikte Trennung zwischen Konflikt und Struktur eher "künstlich" ist:

Analytische Psychotherapie (AP)

160 - max. 300 Sitzungen. 2-3x wöchentlich, meist im Liegen. Privat und gesetztlich Versicherte und Selbstzahler (siehe auch PA).

Psychisch krankmachende Faktoren beruhen eher auf einer Konfliktpathologie: ungelöste innere unbewusste Konflikte zwischen Trieben, Bedürfnissen, Überzeugungen, Werten und deren gefürchteten Konsequenzen, welche unbewusst verarbeitet werden und zu Symptomen als neurotische Kompromissbildung führen können. Methode: eher regressionsfördernd, aufdeckend!

Gut geeignet bei: "Neurosen", z.B. Phobie, "Hysterie", Depression, Angst- und Zwangsneurose...

Modifizierte analytische Psychotherapie (MAP)

160 - max. 300 Sitzungen, 1-3x wöchentlich, meist im Sitzen. Privat und gesetzlich Versicherte und Selbstzahler.

Psychisch krankmachende Faktoren beruhen eher auf einer Strukturpathologie: strukturelle Defizite an Ich-Funktionen (Denken, Fühlen, Wahrnehmen...), also eine mangelhafte Ausbildung an Fähigkeiten, die man braucht, um in Beziehungen die eigenen und fremden Bedürfnisse, Emotionen, Impule und Wahrnehmungen gut zu kommunizieren, zu kontrollieren und zu verarbeiten. Oder psychisch krankmachende Faktoren beruhen eher auf einer Traumagenese: traumatische Erfahrungen überlasten das System und es kann zu Ängsten, Instabilität, Schreckhaftigkeit, Dizzoziation, Flashbacks, Gefühlsüberschwemmung oder Gefühlsabspaltung bis zu Persönlichkeitsveränderungen führen. Methode: eher strukturbildend, stützend!

Gut geeignet bei: Persönlichkeitsstörungen (paranoid, schizoid, emotional instabil, hystrionisch, abhängig, ängstlich-vermeidend, narzisstisch) und Traumata.

Psychonanalyse (PA)

Bis über 300 Sitzungen. 3-4x wöchentlich im Liegen. Die Kasse zahlt nicht mehr als 3 Sitzungen pro Woche und nicht mehr als 300 Sitzungen als Höchstleistung, daher meist (teilweise) auf Selbstzahlerbasis.

Die PA ist im e. S. ein psychotherapeutisches Verfahren zur Behandlung von Psychoneurosen (siehe auch AP), entwickelt von Sigmund Freud. Die PA enstand aus Breuers "karthartischen Methode", bei der vorwiegend HysterikerInnen mittels Wiedererinnern verdrängter Emotionen zeitweise von Beschwerden befreit waren unter Hypnose, welche mit der Methode der "Freien Assoziation" bis heute ersetzt wurde. Nach Freud sind diese Assoziationen nur scheinbar zufällig, denn sie verraten auch etwas über die neurotische Ursache der Symptomatik. Störungen sind in der Kindheit begründet bzw. in unbewussten Konflikten, die verdrängt wurden. Die Verdrängung verbraucht Energie, welche mit der emotionalen Einsicht und Auseinandersetzung mit den Konfliktursachen wieder befreit werden soll, womit sich auch die Symptome auflösen können. Die klassische PA ist u.a. gekennzeichnet mit der "Neutralität" des Analytikers, mit dem "Widerstand" des Patienten gegen verdrängte Inhalte und seinen "Übertragungen" (Gefühlen) auf den Analytiker und dessen evtl. "Gegenübertragungen". Ausreichend Veränderungswille, Offenheit und Reife sind Voraussetzungen für den Behandlungserfolg der PA. Die kritische Überarbeitung Freuds Praxis und Theorien fürhte zu unterschiedlichen psychoanalytischen Richtungen, die ich zu integrieren versuche: Trieb-, Ich- und Selbst-Psychologie, Objektbeziehungstheorie und Intersubjektivität. Meine Ausbildung vollzog ich am Alfred Adler Institut Berlin. Alfred Adler (Individualpsychologie) - ein Schüler Freuds - prägte u.a. Begriffe wie Gemeinschaftsgefühl, Lebensstil und Minderwertigkeitskomplex. (Mit Methoden und Konzepten von Jung kenne ich mich hingegen nicht aus).

Gut geieignet bei: siehe analytische Psychotherapie.