Tiefenpsychologisches Verfahren

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP)

50 - max. 100 Sitzungen. 1-2x wöchentlich im Sitzen. Privat und gesetzlich Versicherte und Selbstzahler. 

Hier wird ein isolierter Konflikt behandelt, nicht eine Grundstörung. In der TP mit 50 Normalzeit-Sitzungen und v.a. in der Kurzzeittherapie mit höchstens 25 Sitzungen ist es wichtig, mittels eindeutigen, zusammen mit dem Patienten erarbeiteten Therapiezielen den therapeutischen Prozess zu strukturieren. Der Therapieplan ist bei der TP eher gegenwarts- und zurkunftsbezogen. In der TP ist es notwendig, sich auf klare Therapieziele zu begrenzen und sich in der Therapie auf meist einen Fokus zu konzentrieren. Die Arbeit an einem Fokus kann Ressourcen freisetzen, die es dem Patienten zunehmend ermöglichen, selbständiger und bewusster am therapeutischen Fokus zu arbeiten und sich schließlich evtl. auch anderen Konflikten zuzuwenden. Der Fokus oder ein dysfunktionales Beziehungsmuster wird nach Lachauer, Strupp & Binder oder Luborsky formuliert. Z.B. "Ich bekomme Schmerzen, wenn ich etwas nicht mag und dies nicht ausdrücken kann, weil ich zu Hause nie Nein sagen durfte" oder "Ich werde wütend, wenn man mich nicht wortlos versteht, weil ich mich nie verstanden gefühlt habe" oder "ich habe Schuldgefühle, wenn ich meinen eigenen Interessen nachgehe, weil es immer um die Bedürfnisse meiner kranken Mutter ging"... Der psychodynamische Fokus gewinnt öfter erst im Therapieverlauf an Klarheit und wird gegebenfalls modifiziert. Der Therapieerfolg wird mit dem Verstehen und klarem Formulieren des Fokus gefördert. Der Kommentar zu den Psychotherapierichtlinien von Faber und Haarstrick stellt klar: In der kassenfinanzierten TP kann es nicht um eine "globale strukturelle Veränderung/Nachreifung des Patienten" gehen, wie in der analytischen Langzeittherapie. "Therapieziel ist es, neue Einstellungen und Bewältigungsmöglichkeiten zu erarbeiten, so dass neue Gleichgewichte in der Selbstregulierung und Beziehungsgestaltung möglich werden".

Gut geeignet bei: Patienten, mit denen sich ein Fokus formulieren und bearbeiten lässt.